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Winter in der Mongolei trifft Menschen und Wildpferde in der Gobi hart
17.02.2010 10:13 von Takhi.org Admin
Der Winter 2009/2010 in der Mongolei ist der härteste seit neun Jahren. Er trifft Menschen, Nutz- und Wildtiere schwer. Einige Nomaden haben bereits ihre gesamten Herden verloren. Bei den Wildpferden sind bisher rund 10 Prozent des Bestandes gestorben. Die International Takhi-Group versucht, Menschen und Tieren in der Gobi zu helfen.
Riesige Schneemengen und Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius unter Null bringen die Menschen in der Mongolei in starke Bedrängnis. Die dicke Schneedecke erschwert den Tieren den Futterzugang erheblich. Nach Angaben der „Food and Agriculture Organization of the United Nations“ (FAO) sind in der Mongolei bereits rund 1.7 Millionen Stück Vieh gestorben. Ein Drittel der mongolischen Bevölkerung lebt nomadisch. Für diese etwa 21'000 Hirtenfamilien ist der harte Winter eine Katastrophe, denn die Viehwirtschaft ist ihre Existenzgrundlage.
Der schlimmste Winter seit neun Jahren folgt auf einen sehr trockenen Sommer. Dadurch war es nicht möglich genügend Viehfutter anzubauen, um eine solche Kältewelle zu überbrücken. Die Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Kamele sind deshalb zu schwach, um den eisigen Temperaturen zu trotzen.
Für die Menschen in der Gobi
Die ITG setzt sich, neben der Wiederansiedlung der Takhis, seit langem für die Menschen in der Gobi ein. Ein zentraler Punkt ist, die Viehwirtschaft nachhaltig zu gestalten und alternative Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, um die vollständige Abhängigkeit von der Viehzucht zu mildern. Aber auch direkte Lebenshilfe tut Not - im letzten Herbst finanzierte die ITG eine neue Heizung für die lokale Schule - dadurch kann auch im Winter der Schulbetrieb aufrecht erhalten werden.
Die ITG engagiert sich in langfristigen Projekten, um die Situation von Menschen und Tieren vor Ort nachhaltig zu verbessern. Wenn auch Sie mithelfen wollen, freuen wir uns über Ihre Spende unter: URL: www.savethewildhorse.org
Wildpferde in der Gobi
Die Wildpferde (Takhis) sind in der Great Gobi B auf drei Orte verteilt und leiden je nach Vegetation in unterschiedlichem Mass unter dem Winter. Eine Gruppe Wildpferde hält sich zusammen mit Wildeseln und Gazellen bei Takhin Us im Westen des Gobi B Nationalparks auf. Dort gab es bisher keine Verluste. Bei Honin Us, der grössten Quelle des Parks, befindet sich ein Grossteil der Wildpferde, zusammen mit vielen Nutztieren. Hier sind bisher sieben Takhis gestorben. Zwei kleinere Gruppen, die sich in der Nähe der Forschungsstation aufhalten, können gefüttert werden. Trotzdem sind auch hier bereits fünf Tiere gestorben.
Grundsätzlich führen solche extremen Winter bei vielen Tierarten zu Bestandseinbrüchen. Diese müssen als natürliche Auslese angesehen werden. Vor dem Hintergrund der kleinen und verletzlichen Population von rund 140 Wildpferden in der Great Gobi B wiegen sie aber besonders schwer.
Allgemeine Informationen zur Mongolei nach FAO:
The Mongolian rural economy is based on livestock reared by semi-nomadic herders. Agriculture contributes around 20 percent of the country’s gross domestic product, and herding accounts for more than 80 percent of agriculture. According to the 2008 livestock census, Mongolia has about 44 million head of livestock, consisting of goats, sheep, cattle, yaks, horses, and camels.
Für weitere Auskünfte: Christian Stauffer, Aktuar ITG, Tel 079 509 32 89


