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Wolf


WolfDer Wolf in der Great Gobi B

 

Im  Great Gobi B Schutzgebiet ist der Wolf der grösste Beutegreifer und auch der einzige, der den Wildpferden gefährlich werden kann. Es liegen auch dokumentierte Fälle vor, in denen Wölfe ein Wildpferd gerissen haben.

 

In der Regel ist es aber nicht einfach zwischen tatsächlich von Wölfen gerissenen und anderweitig verstorbenen und dann von Wölfen gefressenen Tieren zu unterscheiden. Auch werden vermisste Tiere gerne als von Wölfen getötet angegeben.

Die lokalen Nomaden verlieren geschätzte 1-2% ihrer Viehbestände an die Wölfe. Die relativen Verluste sind unter den ungehüteten Pferden, Rindern und Kamelen höher als unter den gut überwachten Schafen und Ziegen.


Die Wissenschaft weiss sehr wenig über die Wölfe in der Mongolei. Die Nomaden, die sich unmittelbar mit der Präsenz des Wolfes auseinandersetzen müssen, sind deshalb eine wichtige Informationsquelle. Die International Takhi Group hat daher eine Befragung unter den Nomaden zum Thema Wolf durchgeführt.

 

Mensch und Wolf in der Grossen Gobi B

Nomaden-Befragung zum Thema Wolf

Folgende Fragen wurden an die Nomaden gestellt:


• was ist ihre Meinung zum Wolf?
• wie hoch sind die Verluste an Haustieren?
• wo wurden Wölfe gesehen, Spuren gefunden oder Wölfe geschossen?

Die Auswertung ergab folgendes Bild:


• Der Wolf und der Umgang mit ihm ist für die meisten Mongolen ein wichtiges Thema. Das ist nicht verwunderlich in einem Land mit 2.6 Mio. Einwohnern und 25 Mio. Weidetieren.
• Obwohl fast jede Nomadenfamilie jährlich einige ihrer Haus- und Nutztiere an die Wölfe verliert, ist die Mehrzahl der Meinung, dass es gut ist, Wölfe in der Mongolei zu haben.
• Trotz dieser Akzeptanz hat der Schutz der Haustiere einen hohen Stellenwert. Die Jagd auf den Wolf wird von den meisten als notwendig erachtet. Wolfschutz ist kein Thema, da davon ausgegangen wird, dass die Zahl der Wölfe steigt.

Der Wolf in der Forschung

Dem Wolf auf der Spur

Besenderung

Um verlässliche Aussagen zum Wolf in der Gobi B machen zu können, wurde zwei Wölfe mit GPS Satellitenhalsbändern ausgerüstet. Ziel war es, einen besseren Eindruck von den Wölfen und ihrer Lebensweise in der Grossen Gobi B zu bekommen.


Die Auswertungen der GPS Daten hat ergeben, dass die Wölfe sehr grosse Streifgebiete haben. Auf Grund der hohen Zahl der geschossenen Wölfe im und um das Grosse Gobi B Schutzgebiet , kann man davon ausgehen, dass dieses im Moment kein Refugium für die Wölfe bietet, sondern eher ein „schwarzes Loch“ (sink habitat) ist.

Flucht in die Berge


Die Ausrottung der Wölfe im Grossen Gobi B Schutzgebiet wird vermutlich nur dadurch verhindert, dass die Tiere in den umliegenden Bergen nur sehr schwer bejagt werden können. Durch ihr hohes Reproduktionspotential und die Fähigkeit weite Strecken zu wandern, erreichen sie so auch immer wieder die weiten Ebenen und kleineren Bergmassive in der Grossen Gobi B.

Auch wenn die Bejagung die Wölfe vermutlich nicht so schnell ausrotten wird, ist es dennoch eine bedenkliche Tatsache, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Tieren in einem Schutzgebiet der Kategorie I recht ungeniert gejagt wird. Eine Maxime solcher Schutzgebiete ist es, Lebensräume, Ökosysteme und Arten möglichst unberührt zu lassen. 

Die rechtliche Situation des Wolfes in der Mongolei lässt sehr viel Spielraum für Sonderregelungen. Außerhalb der Schutzgebiete können Wölfe jederzeit und mit allen Mitteln bejagt werden, in den Schutzgebieten sind sie eigentlich geschont. Doch können zum Schutz bedrohter Tierarten oder von Haustierbeständen Wolfsabschüsse genehmigt werden.

Hohe Preise für Wolfsprodukte

Einen zusätzlichen Anreiz für Wolfsabschüsse sind die derzeit hohen Preise für Felle, Schädel, Zähne, Knochen und Wolfsfleisch. Ein nicht unerheblicher Teil der Wolfsprodukte scheint nach China exportiert zu werden..
Auf den lokalen Märkten wurden in den Jahren 2004 und 2005 Produkte von etwa 2000 Wölfen angeboten. Diese Zahl steht in keinem Verhältnis zu den 150 Produkten, welche CITES jährlich erlaubt. Es zeigt sich damit, dass der Handel mit Wolfsprodukten unkontrolliert ist. Nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

Lösungen für die Wölfe

Lösungen für den Wolf

Die Wölfe scheinen, ähnlich wie in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, in den für Jeeps zugänglichen Steppengebieten selten geworden zu sein und der der sich abzeichnende Trend der Kommerzialisierung von Wildtierprodukten reduziert vielerorts auch die wilden Huftierpopulationen und damit die Nahrungsgrundlage der Wölfe.

Um den Status des Wolfes in der Grossen Gobi B zu verbessern, wurde ein Katalog von Lösungsvorschlägen ausgearbeitet:
- Genehmigung und Registrierung von motorisierten Wolfsjagden durch die Schutzgebietsverwaltung
- Obligatorische Kontrolle der getöteten Tiere (Geschlecht, Alter, Ort der Erlegung)
- Regelmässige Kontrollen von Autos auf Waffen oder Tierprodukte durch die Ranger, vor allem in der Haupt-Jagdsaison für Wölfe (Winter und Herbst)
- Entwicklung alternativer Programme zur Begrenzung der Wolfspopulationen Im Umfeld des Schutzgebietes
- Dokumentation von Wolfspräsenz (Reproduktion, Spuren, Risse etc.) durch die die Ranger
- Stichprobenartige Überwachung von angebotenen Wildtierprodukten an den Grenzposten und den grenznahen Märkten 
- Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zum Thema „Einzigartigkeit der Landschaft Gobi und ihrer Tiere“, inklusive Wölfen und anderen Raubtieren.
- Weitere Forschungsarbeit zu Wölfen im Ökosystem „Steppe“

Der Grossteil dieser Ansätze wird nun in die Praxis eingeführt.
 

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